Im Fokus: berufliche Vorsorge

Das Modell von PwC – Dynamische Altersvorsorge


Das 3-Säulen-System der Schweiz gilt zu Recht als Erfolgsmodell. Die durch das Umlageverfahren finanzierte erste Säule droht allmählich aus dem Gleichgewicht zu kommen, denn das Verhältnis von Aktiven und Rentnern verschiebt sich stetig und einschneidend. Gut also, dass es zur Ergänzung die zweite Säule gibt. Hier sparen die Versicherten gemeinsam mit dem Arbeitgeber grundsätzlich nur für sich selbst, eine Umverteilung soll nicht stattfinden.

Josef Bachmann

Josef Bachmann

Geschäftsführer der Pensionskassen der PwC

Aktuell gerät aber auch diese Säule ins Wanken, weil in der Vergangenheit zu hohe Renten versprochen wurden. Das bis zur Pensionierung angesparte Kapital reicht aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und der ungenügenden Anlagerenditen nicht mehr aus, um die laufenden Renten bis zum Lebensende zu finanzieren. Weitere Mittel müssen zulasten der Aktivversicherten eingeschossen werden. Trotzdem: Die zweite Säule hat bei Weitem nicht ausgedient, im Gegenteil. Allerdings soll sie dringend restauriert, sprich weniger umverteilt werden. Bei nicht planbaren Rahmenbedingungen wie der Lebenserwartung oder Anlagerenditen und bei gleichzeitig unveränderbaren Leistungen ist das nicht machbar. Also müssten sich die Leistungen der Realität anpassen lassen.

Flexibilisierung mit Rentenbonus

Die Pensionskasse von PwC hat im Jahr 2005 ein dynamisches Altersvorsorgemodell eingeführt. Damit wollten wir Subventionen durch Aktiven reduzieren und die Zahlungsfähigkeit der Pensionskasse langfristig sicherstellen. Die Idee dieses Ansatzes: Weniger versprechen, so viel wie möglich zahlen. Das Modell enthält eine Aufteilung der Leistungen in fixe Altersrente und variablen Bonusteil. Über den Bonusteil lässt sich der Abfluss des Alterskapitals regulieren.

Abbildung 1: Das Modell der PK PwC unterstützt nachhaltig ausfinanzierbare Altersrenten
Altersrente + Bonusteil Alterskapital Zinsen

Umsetzung in der Praxis

Die Altersrente der Pensionskasse von PwC basiert auf einem technischen Zins von 1,5 %, was im Jahr 2020 einen Umwandlungssatz von 4,9 % ergibt. Zusätzlich wird ein Standardbonus von 12 % der Altersrente ausgerichtet. Rente und Bonusteil basieren beide auf einem technischen Zinssatz
von 2,5 %.

Jedes Jahr ermitteln wir, ob die Pensionskasse mit der Rentenzahlung Gewinn oder Verlust erwirtschaftet. Dazu erstellen wir einen Ist-Soll-Vergleich der Anlagerendite. Die prozentuale Soll-Rendite von ca. 3,1 % ergibt sich aus der Summe des technischen Zinses (2,5 %), des Zuschlags für die Zunahme der Langlebenserwartung (0,5 %) und den approximativen Verwaltungskosten (0,1 %). Massgebend für die Anpassung des Bonusteils ist das Ergebnis einer Beobachtungsperiode von drei Jahren.

Abbildung 2: Beispielhafte Gewinn-/Verlustrechnung für den variablen Bonusteil über eine Beobachtungsperiode von drei Jahren
Jahr Renten-Deckungs­kapital Soll-Rendite Ist-Rendite Ergebnis in % Ergebnis in CHF
1 100 Mio. 3.1% 3.4% +0.3% +0.3 Mio.
2 120 Mio. 3.1% 1.9% –1.2% –1.4 Mio.
3 150 Mio. 3.1% 5.9% +2.8% +4.2 Mio.
Ergebnis der Beobachtungsperiode +3.1 Mio.

Anpassung in kleinen Schritten

Ist das Ergebnis nach drei Jahren positiv, erfolgt eine Erhöhung des Bonusteils, bei negativem Resultat eine Reduktion. Die Anpassung erfolgt in moderaten Schritten von zwei Prozentpunkten. Der Aufwand für die Erhöhung des Bonusteils oder die Einsparung bei einer Reduktion werden vom Ergebnis abgezogen. Der Rest wird auf die nächste Beobachtungsperiode von drei Jahren übertragen.

Abbildung 3: Flexibilisierung der Leistungen durch variablen Bonusteil
1. Beobachtungsperiode 2. Beobachtungsperiode Übertrag Gewinn +2% Bonus für die nächsten 3 Jahre Gewinn 2006 12% Bonus Gewinn 2007 12% Bonus Verlust 2009 14% Bonus Verlust 2010 14% Bonus Gewinn 2011 14% Bonus 3. Beobachtungsperiode –2% Bonus für die nächsten 3 Jahre Übertrag Verlust Verlust 2012 10% Bonus Gewinn 2013 10% Bonus Verlust 2014 10% Bonus Gewinn Ergebnis Verlust Ergebnis Verlust Ergebnis Verlust 2008 12% Bonus Übertrag Bonus
Abbildung ansehen

Schön- und Schlechtwetterlösung

Bei der Festlegung des Umwandlungssatzes kann man zu beiden Seiten vom Pferd fallen, d.h., er kann zu hoch oder zu tief liegen. So oder so entstehen Unbehagen und Aufwand. Unsere Pensionskassenlösung mit fixen Renten und ergebnisabhängigen Zuschlägen widerspiegelt unseren strategischen Kurs: Wir peilen ein wirklichkeitsnahes, nachhaltig finanzierbares Leistungsversprechen an. Die Zahlungen an die Rentner lassen sich laufend der Realität anpassen. So sind Aktive und Rentner fair an Gewinnen und Verlusten der Pensionskasse beteiligt. Schrittweise Anpassungen bleiben für die Rentner planbar und erträglich.

Mit der Flexibilisierung der Rentenleistungen reduzieren wir die schleichende Umverteilung, unterstützen die zweite Säule im Sinne der Finanzierung durch das Kapitaldeckungsverfahren und halten – als positiven Nebeneffekt – die Renten kaufkraftnah. Und der Verwaltungsaufwand für das Modell bleibt bescheiden. Unseren Rentnern und Aktiven bieten wir so ein Maximum an Sicherheit und Transparenz. Damit schaffen wir Vertrauen in die Pensionskasse.

Wir sind für Sie da!

Josef Bachmann

Josef Bachmann

Geschäftsführer der Pensionskassen der PwC

+41 58 792 47 70

Fazit

Tatsache ist: Altersrenten werden heute von den Berufstätigen massiv und nachhaltig subventioniert. Das war nie gewollt. Die Finanzierung von Renten über das Kapitaldeckungsverfahren ist nur mit variablen Leistungen möglich. Mit der dynamischen Altersvorsorge des PwC-Modells stärken wir das Vertrauen in die zweite Säule als Grundprinzip der sozialen Sicherheit in der Schweiz. Gleichzeitig beugen wir den Risiken einer Schieflage mit Sanierungsmassnahmen vor, die eine Pensionskasse und schliesslich auch den Arbeitgeber unattraktiv machen. Heute braucht es eine scheuklappenfreie Auseinandersetzung mit dem Generationenvertrag. Mit unserer Pensionskassenlösung fördern wir ein nachhaltiges, respektvolles Zusammenleben der Generationen. Damit haben wir uns für einen wirksamen Weg entschieden. Das hat nicht bei allen Applaus ausgelöst, aber wurde grossmehrheitlich von Mitarbeitern und Rentnern positiv aufgenommen.